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Tempelanlage von Karnak Sie ist dem Gott Amun geweiht und war noch im 19. Jahrhundert zum größten
Teil mit Sand bedeckt. An dieser Tempelanlage wurde seit der 11. Dynastie
(2000 vuZ) bis in die Römerzeit (395 uZ) gebaut. Innerhalb einer
großen
Umfassungsmauer erhebt sich der Tempel des Amun. Zwischen dem 3. und 4. Pylon führt ein Trampelpfad nach Norden zum kleinen Tempel des Ptha und seiner Gemahlin Sachmet (mit Löwenkopf). Im Mittelhof des Amun-Tempels standen neben dem 20 m hohen Obelisken des Thutmosis I. noch drei weitere; die den während der 18. Dynastie bestehenden Eingang zum Tempel markieren. In der nächsten Säulenhalle, gleich nach dem 4. Pylon steht der aus Rosengranit bestehende Obelisk der Haptschepsut, (der obere Teil befindet sich heim Heiligen See). Er ist der höchste und schönste Obelisk in Karnak und stammt vom Granitsteinbruch in Assuan. In einer langen Inschrift auf dem unteren Teil des Obelisken wird über seine Herstellung berichtet. Vom stark zerfallenen 5. Pylon kommt man zum 6. Pylon mit der „Liste
der Fremdvölker“, das ist ein Verzeichnis der Länder und
Städte, die von Thutmosis III. unterworfen wurden. Auch die beiden
mit Papyrus und der „Lilie des Südens“ verzierten Pfeiler
aus Granit wurden in seinem Auftrag aufgestellt. Sie bilden den Durchgang
zum Sanktuar des Philipp Arrhidaios (323-316 vuZ). Diese Kapelle nahm
in der Ptolemäerzeit das Kultbild und die für Prozessionen benutzte
Götterbarke auf. Die beiden Monolithischen Granitpfeiler auf dem
Vorplatz symbolisieren die beiden altägyptischen Landeshälften.
Der südliche Oberägypten mit der Lotosblüte als Wappenpflanze,
sein Gegenstück trägt die Papyrusdolde als Wappenpflanze Unterägyptens.
Auf der Wand nördlich des Sanktuars sind Auszüge aus dem Kriegstagebuch
Thutmosis III. dargestellt. Die aus 17 Kriegszügen stammende Beute
stiftete er seinem göttlichen Vater Amun. Am östlichen Ende des eigentlichen Tempelbaus schließt sich die quergelagerte „Festhalle“ von Thutmosis III. an. Sie wurde errichtet als dauerhafter Ort für das Regierungsjubiläum des Herrschers. Die Decke trägt noch Reste der Bemalung, d.h. den blauen Himmel mit goldenen Sternen. Einige Pfeiler wurden mit christlichen Motiven übermalt. Hinter der Halle lag das Allerheiligste. Von hier stammt die bekannte Karnak-Liste, die eine chronologische Abfolge von Königsnamen enthält, die trotzt Lückenhaftigkeit großen Wert für die Altertumsforscher hatte. Der Botanische Garten in den östlichen Räumen enthält an den Wänden Reliefs, auf denen Pflanzen und Tiere Ägyptens und der Nachbarländer lehrbuchmäßig dargestellt sind. Ein Bildhymnus an den Sonnengott. Über eine Holzbrücke kommt man zur Rückseite des Tempels. Hier stößt man auf ein quadratisches Steinpflaster, auf dem einst der größte ägyptische Obelisk stand, der sogenannte „Lateran-Obelisk“. Er befindet sich seit dem 18. Jhd auf dem Lateranplatz in Rom vor der Kirche San Giovanni. Er wurde in Auftrag gegeben von Tuthmosis III. und von Ramses II. mit einem Tempel für Amun „der die Gebete erhört“ umgeben, dessen Mauern und Säulen noch unmittelbar hinter der Obeliskenplattform zu erkennen sind. Der „Heilige See“ an der Südseite des Tempels diente als Wasserreservoir, wurde aber auch zu rituellen Bootsfahrten und Reinigungszwecken genutzt. Hier hat man einen guten Überblick über die Südachse mit den vier Pylonen. Die Figur eines riesigen Skarabäus (heiliger Käfer des Sonnengottes Re) wurde an der Nordwestecke des Sees errichtet. Ursprünglich befand sie sich im Totentempel des Amenophis III. auf dem thebanischen Westufer. 1902 wurde im Hof vor dem 7. Pylon die „Cachette“ (Statuenverstecke u.a. in den Tempeln von Karnak und Luxor) entdeckt. Mehr als 18000 Statuen aus Bronze und Stein wurde dort geborgen.
Der Neunte Pylon wurde in den letzten Jahrzehnten demontiert. Sein Kernmaterial, das aus zehntausenden von Reliefblöcken von Amenophis IV. (Echnaton) bestand, wurde hier nach Ende der Amarna-Zeit als Baumaterial wiederverwendet. Im Luxor-Museum ist eine Tempelwand aus diesen Fragmenten zusammengesetzt. Das Freilichtmuseum im Nordwesten der Tempelanlage zeigt wieder errichtete
Teile aus fast allen Bauphasen. Die als Füllmaterial zweckentfremdeten
Kapellen, Statuen und Tempelwände wurden hier erneut wieder zusammengesetzt.
Die fortschreitende Erforschung des Tempels sieht man an den wechselnden
Ausstellungen des Museums. Die wichtigsten Stücke sind die unter
Sesostris I. (1900 vuZ) errichtete „Chapelle blanche“ aus
weißem Kalkstein und die von Hatschepsut gestiftete „Chapelle
rouge“ mit den zarten Reliefs in rötlichem Quarzit. |