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Kreuzzüge
Kriegszüge, die vom christlichen Westeuropa
aus zur Eroberung Palästinas,
des Heiligen Landes, ausgerufen wurden. s. auch "Die
anonyme Gesta Francorum"
Erster Kreuzzug 1096 - 1099
Anlaß war die Eroberung Jerusalems und damit des Grabes Christi
durch die türkischen Seldschuken (1070). Papst Urban II. rief daraufhin
auf der Synode zu Clermont-Ferrand 1095 zum Krieg gegen die Ungläubigen
auf. Ungeordnete und begeisterte Massen unter Peter von Amiens († 1115)
zogen ins Heilige Land und wurden vernichtet. Daneben formierten sich
nord- und südfranzösische, lothringische, flämische und
normannische Ritter unter Führung Gottfrieds von Bouillon u.a. zum
ersten Kreuzzug, der zur Eroberung Jerusalems führte. Ein christliches
Königreich mit kleineren Kreuzfahrerstaaten wurde errichtet.
Zweiter Kreuzzug 1147 - 1149
Der Gedanke an Kreuzzüge hatte in Deutschland noch keinen
großen
Anklang gefunden. Erst 1146, nachdem Edessa von den Seldschuken zurückerobert
worden war, gelang es Bernhard von Clairvaux, König Konrad III.
zu einem Zweiten Kreuzzug zu bewegen, dem sich auch der französische
König Ludwig VII. anschloß. Das Unternehmen endete mit einer
militärischen Katastrophe, und Edessa blieb in türkischer Hand.
Zur gleichen Zeit fand 1147 der sogenannte Wendekreuzzug gegen die Slawen
in Mecklenburg und Pommern statt.
Dritter Kreuzzug 1189 - 1192
Anlaß gab 1187 die Eroberung Jerusalems durch Sultan Saladin. Am
Kreuzzug beteiligten sich Kaiser Friedrich I., der englische König
Richard Löwenherz und König Philipp II. August von Frankreich
beteiligten. Das Herr Sultans Saladin schlug die Christen in einer blutigen
Schlacht vernichtend. Er ließ die Ritter des Johannitterordens
und des Templerordens enthaupten. Der Kaiser ertrank 1190, jedoch wurden
1191 Akko erobert, der Küstenstreifen von Tyros bis Jaffa konnte
gesichert werden.
Vierter Kreuzzug 1202 – 1204
Im August 1198 rief Papst Innozenz III. zum 4. Kreuzzug auf. Er sollte
ein Unternehmen der Kirche sein ohne Beteiligung von weltlichen Regenten.
Er blieb ohne deutsche Beteiligung und führte zur Eroberung Zaras
(für Venedig) und Konstantinopels, wo das lateinische Kaiserreich
errichtet wurde. Danach löste sich das Kreuzfahrerheer auf.
Kinderkreuzzug 1212
Französische und deutsche Kinder sind zu einem verlustreichen Kinderkreuzzug
aufgebrochen. Sie waren von religiösem Eifer ergriffen und zogen
zu Tausenden nach Genua und Marseilles. Viele kamen unterwegs elend um
oder wurden verkauft als Sklaven.
Fünfter Kreuzzug 1228/29
Durch den Vertrag zwischen Kaiser Friedrich II. und Sultan al-Kamil konnte
die Übergabe Jerusalems Bethlehems und Nazareths erreicht werden,
es folgte ein zehnjähriger Waffenstillstand. Bereits 1244 eroberten
die Muslims Jerusalem zurück. Dies forderte die nächsten
Kreuzzüge heraus, die jedoch ebenfalls scheiterten.
Sechster Kreuzzug 1248—1254
Nach langer Vorbereitung startete der sechste Kreuzzug unter Ludwig IX.
der Heilige nach Ägypten. Es gelang ihm im Sommer 1249 Damiette
kampflos einzunehmen. Die vorgesehene Kolonisierung Ägyptens konnte
aber nicht durchgeführt werden. 1254 Rückkehr nach Frankreich.
Siebter Kreuzzug 1270
Der französische König Ludwig IX. unternahm erneut einen Kreuzzug,
diesmal gegen das islamische Tunesien. Er blieb ebenfalls ohne Erfolg.
Weitere Kämpfe im Namen des Kreuzes
Dem Kreuzzugsgedanken waren inzwischen vom Papsttum
neue Impulse gegeben. Auf diese Art wurden nicht nur Andersgläubige bekämpft
sondern auch Christen, deren Glaubensauffassungen von denen der offiziellen
kirchlichen
Lehre abwichen (Ketzer).
Von dem 1198 im Heiligen Land gegründeten Deutschen Orden wurde
der Kampf gegen die noch nicht christianisierten Pruzzen und Litauer
an der Ostgrenze des Reiches gleichfalls im Zeichen des Kreuzes geführt.
1209:
Gegen die Albigenser (nach der südfranz. Stadt Albi benannt)
Es handelt sich um eine südfranzösische Sekte, Gruppe der Katharer,
die im inneren Gemeindekreis Geistestaufe und strenge Askese übten.
Sie verwarfen die kirchlichen Sakramente, Altäre, Kreuze und Bilder,
Heiligen- und Reliquienverehrung. Die mit großer Grausamkeit geführten
Albigenserkriege von 1209 – 1229, zu denen Papst Innozenz III.
aufgerufen hatte, konnten die Albigenser nicht zur ursprünglichen
christlichen Lehre zurückholen. Erst das Eingreifen des französischen
Königs brach die politische Macht und die religiöse Kraft der
Albigenser. 1330 wurde diese Bewegung durch die Inquisition ausgerottet.
1232 - 1234: Gegen die Stedinger
Bauern
Die Stedinger Bauern wurden als Ketzer verurteilt. Papst Gregor IX. ruft
zum Kreuzzug gegen die Stedinger auf. Ein erstes Heer
von Kreuzfahrern trat gegen die Stedinger an, das nach anfänglichen
Erfolgen von den Stedingern zurückgeschlagen wurde. Erst in einem
zweiten, größeren
Kreuzzug, gelang es, die Stedinger in der Schlacht bei Altenesch zu besiegen.
1488: Gegen die Waldenser
Papst
Innozenz VIII ruft zum Widerstand gegen die Ungläubigen auf und sandte
1488 ein Kreuzheer gegen die Waldenser aus. Er versprach den Teilnehmern
den völligen Ablass für alle Sünden, außerdem Ruhm
und reiche Beute jedem, der an diesem gottgefälligen Werk teilnehme.
Innerhalb kurzer Zeit fanden sich gewaltige Scharen zusammen, die einen
Kreuzzug voller Begeisterung gegen die Ketzer und Ugläubigen führten,
deren Anführer der Abt Arnold von Liteaux war.
Weitere Ausführungen über die
Laienbruderschaft der Waldenser finden Sie auf der Hompage der Evangelischen
Waldenser-Kirchengemeinde Bad Homburg v.d. Höhe.
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