geschichte pinselpark    


Geschichte
  Home
Sitemap/Inhalt
GeschichteStartseite
Zeittafeln
Einzeldarstellungen
Geschichte-Links

Service und Kontakt
  Suche /Wörterbuch
Forum
Mail
Seite weiterempfehlen

Drucken
Disclaimer
Wichtige Downloads

 

Der Handel um 1500 / 1600

Im Handel spielte die Hanseatische Liga vor allem im 16. Jahrhundert  trotz ihres fortschreitenden Machtverlusts noch immer eine bedeutende Rolle. Von Lübeck ausgehend dominierte der Städtebund zur Zeit seiner größten Macht im 15. Jahrhundert zwischen Brügge und Riga nicht nur die Küsten von Nord- und Ostsee, sondern verpflichtete auch viele wichtige Städte  in sein Bündnis, wie Köln oder 1436 Krakau, Hauptstadt des Vereinigten Jagellonischen Königreiches Polen und Litauen, des damals flächenmäßig größten Staats in Europa.

Die Hanse setzte ihre Interessen keineswegs nur mit ökonomischen Zwängen, sondern - etwa in der unter Führung Lübecks 1370 erfolgten Eroberung Dänemarks - auch mit den Mitteln des offen geführten Kriegs. Gehandelt wurden Getreide, Fisch (Hering), Pelze, Holz, Honig, Stoff, Eisen, Kupfer u. a. m.

Im Norden (Nord- und Ostseebereich) drangen schließlich die Niederländer erfolgreich vor, im Süden reichte die Hanse bis Prag, Wien und Oberitalien, dort aber in harter Konkurrenz zu zwei Augsburger Unternehmen, den Fuggern und Welsern

Bartholomäus Welser machte auch Bankgeschäfte, unterstützte wie seine Konkurrenz am Ort die Wahl Karl V 1519 und wurde vom Kaiser geadelt. Der Monarch war nicht imstande, die großen Kredite zurückzuzahlen, und übertrug Welser als Monopol 1528 das Recht zur Ausbeutung Venezuelas. Dieser aber zeigt darin wenig Geschick, das Recht fiel 1556 wieder an die spanische Krone zurück, die Macht der Welser verfiel.

Jakob und Lukas Fugger hatten ihre Firma (Silber- und Kupferhandel. Bergbau, Bankgeschäfte) zu einem europäischen multinationalen Konzern gemacht. Die Unterstützung der Wahl Karl V ebnete das Eindringen in den portugiesisch dominierten Gewürzhandel und transatlantische Investitionen.

Die Fugger finanzierte auf dem Kontinent den habsburgisch-katholischen Kampf gegen die Lutheraner,  was sie nicht hinderte, auf der britischen Insel Heinrich VIII zu unterstützen. Verwicklungen ins spanische Staatsbankrott führten in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts zum Niedergang.

Angrenzend an den Süden des deutschen Sprachraums hatte Venedig als Handelsmacht sich nach dem Fall Konstantinopels rasch mit den Türken verbündet und über einige Jahrzehnte sehr große Bedeutung gewonnen.

Das Verhältnis zwischen dem Osmanischen Reich und der Republik Venedig verschlechterte sich jedoch rasch. Venedig mußt Gebietsverluste hinnehmen und auch ein Sieg in der Seeschlacht von Lepanto 1571 konnte diesen Prozeß nur vorübergehend aufhalten.

Zudem war der lukrative Gewürzhandel seit der Umschiffung des Kaps der guten Hoffnung mehr und mehr in portugiesische Hände geraten.

Weitere Territorien wurden eingebüßt, Banken gingen bankrott, aber immerhin erklärte der große Rat die Republik erst 1797 für nicht mehr existent, aber noch in Ferdinand Raimunds Alpenkönig und Menschenfeind wurde aktuell ein zentrales Handlungselement noch von der Pleite eines venezianischen Handelshauses gebildet.

Genua, die andere italienische Handelsrepublik, hatte sich 1528 unter Andrea Doria an die Seite Habsburgs geschlagen und großen Einfluß vor allem im westlichen Mittelmeer gewonnen. Da Genua in Richtung Osten die von Venedig und Ragusa dominierten Handelswege im Norden zu umgehen versuchte, profitierten davon u.a. die südöstlichen Teile des Deutschen Reichs.