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Aufklärung  (~1600 - 1800)

1.1 Begriff

"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit". "Unmündigkeit" ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. "Selbstverschuldet" ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung."
(Immanuel Kant 1784, Beantwortung der Preisaufgabe der Berliner Akademie der Wissenschaften "Was ist Aufklärung?")

Die Auflärung ist ein überwiegend in England und Frankreich hervorgebrachtes Gedankengebäude, das die Emanzipation des Menschen von adeliger bzw. kirchlich/religiöser Herrschaft fordert. Träger dieser Ideen war anfangs nur ökonomisch arrivierte Großbürger (z.B. Voltaire), ihre Ideen erfaßten mit der Zeit jedoch alle gebildeten Kreise (Kleinbürgertum und niedrigen Adel).

1.2 Historischer Hintergrund

erster (1740-42) und zweiter (1744-45) schlesischer Krieg
Siebenjähriger Krieg (1756-63), Preußen wird Großmacht
amerikanischer Unabhängigkeitskrieg (1775-83)
Erfindung der Dampfmaschine durch James Watt (1765)

1.3 Weltbild und Lebensgefühl
Glaube an die Vernunft (z.T. durch naturwissenschaftliche Erfolge) nach innerer Zerrissenheit des Barocks, Optimismus, Wiederkehr der Humanität. Kritik an kirchlichen Autoritäten.
Rationalismus, Pietismus und Empfindsamkeit
Strenge Forderung nach Einhaltung literarischer Regeln und Abgrenzung literarischer Gattungen
Epochen - Bezeichnung für die Bewegung, die die europäische Gesellschaften zwischen dem Ende des 17. und dem Ende des 18. Jh. von den Autoritätsansprüchen der Kirchen, der absoluten Souveräne und der Scholastik zu emanzipieren suchte.
Grundüberzeugung der Auflärung ist, dass die autonome menschliche Vernunft die einzige und letzte Instanz ist, die über Methoden, Wahrheit und Irrtum jeder Erkenntnis ebenso entscheidet wie über die Normen des ethischen, politischen, sozialen Handelns. Ihr Instrument ist die Kritik; wesentlich war die Forderung nach Freiheit der Meinungsäußerung und Toleranz gegenüber anderen Meinungen. Mit dem Glauben an die Vernunft verband sich der Glaube an den unbegrenzten Fortschritt. Das die Aufklärung kennzeichnende starke Interesse an Fragen der Erziehung folgt unmittelbar aus ihrer gesellschaftsverändernden Absicht.
Ausgangspunkt der Aufklärungsbewegung ist die Lösung des Denkens aus den Bindungen der tradierten, auf Offenbarungswahrheiten gegründeten christlichen Religion und Theologie und dem durch das Christentum theologisch - metaphysisch begründeten Weltbild und die Hinwendung zu einem rationalistischen Weltbild (Vernunftwahrheiten). Die verbesserte Kritikfähigkeit und Verbreiterung der Wissensbasis im Volk führt auf fast allen Gebieten der Wissenschaft zu bedeutenden Neuansätzen.
Die Autoritäten im politischen und gesellschaftlichen Bereich sorgen dafür, daß viele den Schritt in die Mündigkeit nicht nur für mühsam, sondern sogar für gefährlich halten. Die Aufklärung tut sich schwer, weil die Unmündigkeit vielen zur zweiten Natur geworden ist und diese Unmündigkeit von gefühlsmässig akzeptierten Instanzen (Kirche) weiterhin gepredigt wird.
Die Öffentlichkeit braucht die Möglichkeit, in Freiheit zu handeln und zu denken. Dieser Prozeß kann nur evolutionär, langsam vor sich gehen, keine revolutionäre Geschehnisse können ihn wirklich vollenden, da er einen seelischen Reifungsprozess des Individuums voraussetzt.
Hindernisse sind im persönlichen Bereich: religiöse Gewohnheiten des Denkens und Handelns (Satzungen und welterlärende Formeln), die Bequemlichkeit, Denkfaulheit und Feigheit des einzelnen, die Angst vor Veränderung, im politischen Bereich: Beaufsichtigung und Unterdrückung der Untertanen durch die restaratuiven Kräfte der Monarchie, Zensur und Polizei.
Aufklärung ist ein Menschenrecht, da das Individuum für sich Wert hat. Auf Aufklärung verzichten heißt, die Menschenrechte mit Füßen treten - und das ist weder dem Volk (das aktiv werden muß) noch dem Monarchen erlaubt. Wenn man unterstellt, daß der Monarch in seiner gesetzgebenden Funktion die Repräsentation des Volkes innehat, dann muß er Selbstbestimmung in Freiheit fördern und darf nur dann eingreifen, wenn der einzelne durch seine Mitmenschen in seiner Freiheit beschnitten wird. In diesem Sinne ist dem Monarchen nicht nur die Zensur von Schriften, sondern auch die Regierungsaufsicht über die Schriften und Denkungsweisen der Untertanen verboten. Wenn die Autoritäten dennoch Vorurteile (unhinterfragbare und unüberprüfte Urteile) in der Bevölkerung pflanzen, um ihre Herrschaft zu sichern, dann sind sie  gezwungen, selbst unter der Herrschaft dieser Vorurteile zu agieren und zu leben. Mehr unter Einzeldarstellungen

1.4  Gegenströmungen (Unterperioden)
Sturm und Drang ( Gefühle vs. mechanistes Weltbild), Empfindsamkeit (Religiös-pietistisches, naturbezogenes Denken vs. Vernunft und Freigeist)

2. Wissenschaft
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3. Kunst
Mehr unter Einzeldarstellungen

4.1 Bevorzugte Formen der Dichtung
Lyrik: Lehr- und Mahngedichte, die vorwiegend über Natur und "Mensch-Sein" reflektieren; auch überschwengliche Naturbewunderung (A.v.Haller: "Die Alpen").
Epik: Beliebt sind Epigramm, Satire und Fabel (Lessing); der Roman findet erst allmählich Anerkennung (oft in "Moralischen Wochenschriften" vorabgedruckt).
Ansonsten bevorzugt das Publikum "empfindsame" Briefromane (z.B. "Das Leben der schwed. Gräfin von G..", Ch.F.Gellert 1747), auch Reise-, Tagebuch- und Familienromane, Memoiren und Robinsonaden sind beliebt.
Die Autoren können vom Schreiben allein nicht leben; es fehlt am breiten Publikum und am Urheberrecht.
Dramatik: Das Theater wird zum wichtigsten Instrument der literarischen Aufklärung, wegen seiner unmittelbaren und direkt erkennbaren Wirkung.

Die vielfältigen Erkenntnisse der Naturwissenschaften bestärken die Vertreter der Aufklärung in ihrem Optimismus, auch das menschliche Leben ließe sich gemäß einer "natürlichen Ordnung" gestalten; die Begriffe "Natur" und "Vernunft" werden dabei weitgehend gleichgesetzt.
Da im zersplitterten Deutschland eine solche "natürliche Ordung" auf politischem Wege nicht zu erreichen ist, soll - nach den Vorstellungen der deutschen Aufklärer - das Bürgertum eine gerechtere Ordnung durch sein sittlich-moralisches Vorbild erreichen: Die Herrschenden sollen beschämt sein und sich im bürgerlichen Sinne "bessern". Auf diese Weise soll auch die politische Zersplitterung durch eine geistige "Kultur-Nation" überwunden werden.
Um dieses Ziel zu erreichen, muß allerdings erst noch ein solcher "idealer, vorbildlicher, mündiger Bürger" geschaffen werden. Diese Aufgabe hat v.a. die Literatur zu übernehmen
Lesegewohnheiten ändern sich wesentlich: Statt intensiver Wiederholungslektüre zunehmend extensive Lektüre ("Bücherwurm"), organisiert in "geselligen" Lesezirkeln und "Aufklärungs-gesellschaften"; gelesen werden Zeitschriften und Nachschlagewerke ("Enzyklopädien"), noch kaum Romane. Gewaltiges Anwachsen des Buchhandels, bes. in der Schweiz und Hamburg.
1770: 15% mögliche Leser / 1800: 25% können lesen
Mit seinem Buch "Critische Dichtkunst vor die Deutschen" wird J.C.GOTTSCHED zum bedeutendsten Literaturtheoretiker (1730), gilt für 2 Jahrzehnte als "Literaturpapst". Sein Vorbild ist noch das französische Drama mit "Ständeklausel", "Einheit von Zeit, Raum und Handlung" sowie der "Typen-Komödie". Zentrale Forderung ist der Ruf nach "Natürlichkeit": Die Kunst soll die Wirklichkeit nachahmen - aber nur den Bereich der höfischen Gesellschaft, da diese von Gott ideal geschaffen sei.
Hauptzweck der Dichtung sei die Bildung und moralische Unterweisung des Lesers/Zuhörers.
Dagegen argumentieren Bodmer und Breitinger (Zürich) mit der Betonung des "Schöpfertums": Der Dichter ist nicht nur Nachahmer der Wirklichkeit, sondern schafft Dinge aus seiner Phantasie neu. Er bringe diese "aus dem Stande der Möglichkeit in den Stand der Wirklichkeit". Dieser Auffassung schließen sich später die "Stürmer und Dränger" an. Gottscheds Einfluß auf die deutsche Literatur geht jedoch erst aufgrund der vernichtenden Kritik Lessings verloren: Dieser befürwortet das Shakespeare-Drama, statt strenger Dichtungsregeln fordert er die Beachtung der menschlichen Natur und der gesellschaftlichen Realität. Dies läßt dem schöpferischen Dichter mehr Spielraum, macht ihn aber gleichzeitig zum Kritiker des Bestehenden. Das Theater soll jedoch nicht den "moralischen Zeigefinger" heben, sondern "Rührung durch Mitleid" erzeugen; dies ist aber nur möglich, wenn sich der bürgerliche Zuschauer mit der Bühnenfigur identifizieren kann. (Vgl. "Briefe, die neueste Literatur betreffend" 1759-1765).

4.2 Vertreter / Werke

Aufklärung

Christian Fürchtegott Gellert
Fabeln

Johann Christoph Gottsched
Literaturtheoretiker, Poetik ähnlich Opitz

Salomon Geßner
Idyllen

Albrecht von Haller
Die Alpen   (Gedicht)

Immanuel Kant
Definition des Begriffes Aufklärung

Ewald von Kleist
Der Frühling

Sophie von La Roche
Geschichte des Fräuleins von Sternheim

Gotthold Ephraim Lessing
Theaterkritiken Hamburgische Dramaturgie, bürgerliches Trauerspiel Miss Sara Sampson, Lustspiel Minna von Barnhelm, Humanitätsdrama Nathan der Weise, Aus Leben und Werken

Christoph Martin Wieland
erster großer Entwicklungsroman Geschichte des Agathon  Geschichte der Abderiten

Johann Joachim Winkelmann
prägt die Griechenbegeisterung der deutschen Klassik

Wichtige nichtdeutsche Literatur

Daniel Defoe Reiseroman Robinson Crusoe
 

5 Einzeldarstellungen, Materialien, Quellen
Zur Leittabelle Literaturgeschichte, Zur Zeittafel Allgemeine Geschichte, Zur Dichterliste nach Epoche

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