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Zum politischen und religiösen Extremismus
Politischer oder religiöser Extremismus liegt immer dann vor, wenn die beiden Grundelemente der "Ungleichwertigkeit von Menschen" und die der Gewaltakzeptanz sich verbinden. Der Ungleichwertigkeit von Menschen als Kernstück extremistischer Ideologien entsprechen etwa folgende Facetten:
- Religiöse, nationalistische bzw. "völkische" Selbstübersteigerung. (Wir sind die einzig wahren, am deutschen Wesen muss die Welt genesen u.ä.)
·- Rassistische oder gruppengeprägte Sichtweise (Fremdenfeindlichkeit),
·- Unterscheidung von "lebenswertem" und "unwertem" Leben (etwa durch Eugenik oder Todes- und Strafwünsche für diejenigen die "des Teufels Eigentum sind"),
·- Behauptung "natürlicher" Hierarchien (über Soziobiologie),
· Betonung des "Rechtes des Stärkeren" oder des "Weiseren" (Sozialdarwinismus, auch in der religiösen Hierarchiebildung),
·-Totalitäres "Norm"-Verständnis, d.h. Ausgrenzung des "Andersseins".

Der Gewaltakzeptanz als Kernstück extremistischen religiösen und politischen Verhaltens entsprechen etwa folgende Facetten:
· Ablehnung rationaler Diskurse/Überhöhung von Irrationalismen,
· Betonung des alltäglichen "Kampfes ums Dasein" oder des "Ringens ums Seligwerden"
· Ablehnung demokratischer Regelungsformen von sozialen und politischen Konflikten,
· Betonung autoritärer Umgangsformen und Stile.

Zur Fremdenfeindlichkeit
Neben dem programmatischen Rassismus gibt es eine Ablehnung alles Fremden, die als Ausländer- oder Fremdenfeindlichkeit oder Feindlichkeit gegenüber Andersdenkenden sich manifestiert und in dem Gefühl der Überlegenheit der eigenen Denkweise, der eigenen Lebensphilosophie oder des eigenen Volkes begründet ist. Mit dieser Fremdenfeindlichkeit werden ablehnende Einstellungen und Verhaltensweisen bezeichnet, die Menschen wegen anderer Herkunft, Sprache, Religion oder Kultur diskriminieren.
Gemeinsam ist der Religion, der Fremdenfeindlichkeit bzw. dem Ethnozentrismus und dem Rassismus, dass sie von der Überlegenheit und Höherwertigkeit der gerechten Unterordnung der Minderheit ausgehen. Ungleichwertigkeit zwischen den Gruppen werden behauptet und Diskriminierungen gerechtfertigt. (Du kommst in die Hölle, weil Du uns nicht glaubst) Unterschiedlich sind die Behauptungen, worauf das Ungleichverhältnis beruht: Die Religion geht von dem einzig wahren Gott, der Ethnozentrismus geht von der Überlegenheit der eigenen Kultur aus, der Rassismus darüber hinaus von der angeblichen Überlegenheit des sog. "Erbgutes". Der Rassismus geht also von der prinzipiellen Unveränderbarkeit der behaupteten Ungleichheit und Ungleichwertigkeit aus ( Heckmann, 1987).

Von einem rassistischen Verhalten ist dann zu sprechen, wenn einzelne oder Gruppen daran festhalten, dass Diskriminierungen von anderen zu rechtfertigen seien. Wo diese Unterschiede zwischen den Menschen interpretiert und zu eigenen Gunsten gewertet werden, da handelt es sich um Rassismus.
Nicht die Wahrnehmung eines Unterschiedes ist also entscheidend, sondern der Gebrauch des Unterschieds zum eigenen Vorteil und als Waffe gegen das Opfer. Die angeblichen z.B. biologischen Merkmale des anderen werden negativ gesehen. Der Religiöse wie der Rassist rechnet sich selbst zur guten Welt und seine Opfer zur Welt des Bösen. Der Sinn und Zweck des Rassismus liegt in der Vorherrschaft. Wo Religion und Rassismus auftauchen, da geht es um die Unterdrückung von Menschen.
"Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der Welt..."