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Catull 84 v. Chr. - 54 v. Chr.
Gaius Valerius Catullus
Lebensdaten
84 v.Chr.in Verona geboren, Sohn einer wohlhabenden Ritterfamilie.
61-58 Liebesbeziehung zu Lesbia (Clodia)
seit 60 Gedichte datierbar
57 Catull geht in der cohors praetoria des Proprätors C. Memmius
Gemellus (und mit einigen Freunden) zur Verwaltung der Provinz nach Bithynien
56 Auf der Heimreise besucht Catull das Grab seines Bruders in der Troas.
Angriffe gegen Mamurra und damit auch gegen Caesar
54 Das letzte Jahr mit Zeitanspielungen in seinen Gedichten, so dass es
das Todesjahr Catulls sein dürfte.
54 Catull stirbt dreißigjährig
Catull geht sehr früh nach Rom. Durch seinen Vater
hatte er eine gute Ausbildung und Anschluss an die bessere Gesellschaft
in Rom. Von Anfang an hatte er ein sehr distanziertes Verhältnis
zum politischen Geschehen in Rom (Missachtung des Wunsches seines Vaters,
der mit G.J. Caesar befreundet ist). Eine einjährige Reise mit Propraetor
C. Memmius nach Kleinasien bleibt ohne den erhofften Erfolg auf Bereicherung.
Er begann mit Übersetzungen und Nachbildungen gelehrter
und kunstvoller alexandrinischer Gedichte, besonders des Kallimachos.
Viel wertvoller und ursprünglicher sind seine Herzensergießungen,
poetisches Tagebuch, in dem er allen Gefühlen und Stimmungen seines
jugendlich empfindsamen Herzens unmittelbaren Ausdruck verleiht. Neben
Hochzeitsgedichten, Freundschafts- und Trinkliedern, Spottversen und politischen
Epigrammen stehen die berühmten Liebeslieder auf Lesbia, eine vornehme
Römerin, die sein Glück und sein Verhängnis wurde.
In seinen scheinbar spielend hingeworfenen und doch höchst kunstvollen
Versen hat er die spröde lateinische Sprache den verschiedensten
griechischen Metren erschlossen. Er beherrschte viele Formen der kompositorischen
Gestaltung (Brief, Epigramm, Mono- und Dialog, Elegie, Epyllion). Er hatte
eine reiche Ausdrucksskala für alle Nuancen seines Stimmungs- und
Erlebnisreichtums. Diese Ausdrucksfähigkeit, verbunden mit Bekenntniskraft
und rückhaltloser Selbstäußerung, sichert den Liedern
historischen Rang und einen einmaligen Platz in der römischen Literatur.
Einige Lieder übersetzte der geistesverwandte Eduard Mörike.
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