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Langbein August Friedrich Ernst

Die Mitgift

Ein Freier warb um Gretchens Hand;
Doch an den süßen Ehestand
Verbot die Armut ihr zu denken.
Da sprach die Edelfrau zu ihr:
"Horch, liebes Mädchen, ich will dir
Zur Mitgift zwanzig Taler schenken;
Doch möcht' ich gern für dieses Geld
Den Burschen seh'n, der dir gefällt." —
Bald stand ein kurzer, dicker Kegel
Mit roten Haaren vor ihr da,
Der, stumm sich beißend auf die Nägel,
Nach seinen Säbelbeinen sah.
"Pfui!" rief die Dame: "Pfui! Dies Wesen
Hast du zum Liebsten dir erlesen?
Wen mag ein solcher Mensch erfreu'n?
Er kann als Urbild nur dem Maler
Der Häßlichkeit willkommen sein." —
"Ach, lieber Gott!" fiel Gretchen ein:
"Was hat man denn um zwanzig Taler?"