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Tannhäuser Leich (Totenklage) Der winter ist zergangen,
Neuhochdeutsch: Der Winter ist endgültig vorbei, / die Wiesen
beweisen es mir. / Dorthin führte mich ein Dort stehen Veilchen und Kleeblumen, / frische Schößlinge,
Gamander, / die edlen Sie vergab die ehrenvolle Auszeichnung an mich, / ihr doux
ami zu sein / und ihr zu Da war ein forêt in der Nähe; / dorthin eilte ich. / Da hörte ich die Vögel, / wie sie mich mit süßem Gesange empfingen. / Welch ein Gruß! Ich hörte da liebliches chanter, / der Nachtigall tubare. / Da mußte ich unbedingt parler, / wie mir zumute war: / frei war ich von allem Kummer. Eine rivière sah ich da: / ein Bach floß mitten durch den forêt, / talabwärts, über eine plaine. / Behutsam spürte ich ihr nach, bis ich sie schließlich fand, / die schöne créature. / Bei der fontaine saß sie, die claire, / so lieblich von faiture. Ihre schönen Augen leuchteten, / mit Worten war sie nicht so schnell bei der Hand. / Sie mußte einem einfach gefallen. / Ihr Mund ist rot, ihr Hals ist weiß, / ihr Haar blondgelockt, sehr lang / und glänzend wie Seide. / Und wäre es mein Tod gewesen, / ich hätte ihr nicht ausweichen mögen. Weiß wie das Fell eines Hermelins / waren ihre zierlichen Arme. / Sie war eine schlanke personne, /insgesamt makellos. An der einen Stelle war sie etwas grande, / an anderer Stelle sehr schmal. / Nichts fehlte an ihr: / zart waren ihre Schenkel, gerade ihre Beine, / ihre Füße hatten das rechte Maß. / Nie habe ich eine schönere forme gesehen, / von der mein cors Besitz ergriffen hat. / An ihr ist alles vollkommen. / Sobald ich die Herrliche erblickte, / begann ich mit meiner parole. Freudig erregt / sprach ich: / »Meine Dame, / ich bin dein, / du bist mein! / Nie darf solch gegenseitiges Verlangen enden! / Du stehst für mich über allen anderen: / immer wirst du die Favoritin / meines Herzens sein. / Wo immer man den Damen / den Preis der Schönheit und auch der Güte zuerkennen muß, / da werde ich meine Stimme für dich erheben; / du schenkst der ganzen contrée / joie und Glückseligkeit.« Ich sprach zu der Lieblichen: / »Gott - und hoffentlich kein anderer - / möge dich in seine Obhut nehmen!« / Ihre parole war süß. Alsbald verneigte ich mich vor der Schönen. / Durch und durch glücklich / machte mich ihr saluer. / Sie forderte mich auf, / ihr von den Ästen der Linde / und vom Glanz der Maienzeit zu chanter. Die table ronde, / zu der wir uns eingefunden hatten, / war unter Bäumen auf dem Rasen ausgebreitet; / sie wußte sich sehr graziös zu geben. Es gab da keine andere Hofgesellschaft / als nur uns beide dort in jenem Kleefeld. / Sie leistete, was von ihr verlangt wurde, / und sie tat, was ich wollte. Ein bißchen weh getan habe ich ihr dabei; / aber ich wünschte, es könnte noch einmal geschehen: / ihr steht das Lachen so gut. / Wir begannen da beide ein ausgelassenes Spiel: / dazu ermunterten uns Zuneigung und ganz seltsame Dinge. Von l'amour sprach ich zu ihr; / sie hat es mir doucement vergolten. / Sie gab offen zu, sie hätte es ganz gerne, / wenn ich das mit ihr machte, was man dort in Palermo mit den Damen macht. Und das dann geschah, das vergesse ich nie: / sie wurde die Meine und ich ihr Mann. / Glücklich darf ich mich preisen dieser aventure wegen! / Der muß immer selig sein, der sie erblickt, / denn nur das Beste kann man von ihr berichten; / sie ist einfach zauberhaft. / Alle créance tilgten wir / dort auf der plaine. Sollte jemand mehr Erfolg aufzuweisen haben, / bitte, ich gestehe es ihm neidlos zu. / Sie war so großartig, / daß mir die Sinne schwanden. / Gott lohne ihr all das Gute! / Solche Macht hat ihre Liebe über mich. Was hat sie bloß mit mir angestellt? / Alles, was ein Mensch haben kann, / und ein neues Lebensgefühl / habe ich von ihr; / nie werde ich sie vergessen. Auf, Adelheid, / du sollst mit mir fröhlich sein! / Auf, auf, Irmgard, / noch ist es nicht Zeit, sich auszuruhen! Eine, die nicht tanzt und springt, / die trägt ein Kind. / Es freuen sich alle, / die hier sind. Dort höre ich, wie man die Flöte bläst, / hier höre ich, wie man die Trommel rührt. / Wer mit uns singen / und diesen Reigen springen will, / dem sei Glück beschieden / in allen seinen Dingen! Wo stecken nur die jungen Dinger, / daß sie nicht hier bei uns sind? / ...... Selig sei meine Kunigunde! / Könnte ich sie doch tausendmal küssen / auf ihren rosenroten Mund, / ich wäre dann für immer geheilt, / - sie, die mir das Herz so tief verwundet hat / bis auf den untersten Grund der Liebe! Jetzt ist sie gerissen, / heia hei! / jetzt ist des Spielmanns
Saite / gerissen! |