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Vischer Friedrich Theodor

Aus "Auch Einer"

Wie hoch die Welt sich bäumet,
Wie laut auf breiter Spur
Das Leben schäumet,
Uns alle träumet
Der Weltgeist nur.

Das braucht aber Niemand bange zu machen.

Der Erdenstoff verzehrt sich sacht und mild,
Bald ist's vorbei und du bist ganz nur Bild !
Du schwebst hinweg, schon strahlen wie von ferne
In fremdem Glanz der Augen milde Sterne.

Sei, Bild, mein Schild, so lang der heiße Tag
Mich noch umtost mit wildem Stoß und Schlag !
O senke, steigt der dunkle Zorn mir wieder,
Auf mich herab die träumerischen Lider.

Die Blicke, die dem reinen Kinde gleich,
Nicht wissen, wie so gut sie sind, so weich !
Ganz Geist, kannst du nun allerorten leben
Und auch zu mir, dem Umgetrieb'nen, schweben.

Vielleicht ist doch in nicht zu ferner Zeit
Ein bleibend Haus zur Rast für mich bereit;
Dann schwinge sanft um meinen Totenhügel
Am stillen Abend deine Geisterflügel.