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Seneca Lucius Annaeus
Erläuterungen der epistulae morales
Senecas epistulae morales ad Lucilium sind philosophische Kurzabhandlungen
über lebensnahe ethische Themen. Sie wollen zu einer sittlichen Lebensführung
erziehen. Ausgangspunkt seiner Briefe sind aktuelle Anlässe, aus
dem sich das Hauptthema ergibt, wie Tod, Freude, Freundschaft usw. Seneca
geht von eigenen Erfahrungen aus und teilt diese Lucilius mit, um ihm
für sein Leben Wege aufzuzeigen. Seneca hat statt philosophischer
Traktate die Briefform gewählt, um seine philosophischen Aussagen,
die mehr das praktische Handeln als spekulativ-theoretische Inhalte betreffen,
zu vermitteln. Die Briefe sind dialogisch gestaltet, charakteristisch
ist der Du- und Wir-Stil, wodurch der Leser stärker angesprochen
wird (appellativer Charakter); - erleichtern durch den Verzicht auf eine
philosophische Terminologie den Zugang für den Leser (Alltagssprache);
- behandeln allgemeine menschliche Themen mit existentiellem, praktischem
Bezug (Tod, rechte Lebensführung, Glück etc.). Es wird auf eine
philosophische Systematik verzichtet; Die Briefe sind in ihrer Handlungsorientiertheit
pädagogisch ausgerichtet. Obwohl die Briefe an Lucilius, einem jüngeren
Freund Senecas, gerichtet sind, will Seneca darüber hinaus eine größere
Leserschaft ansprechen und sogar die Nachwelt. Der lehrhaften Tendenz
der Briefe entsprechen die zahlreichen Sentenzen mit zeitlos gültigen
Einsichten und Regeln.
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