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Buddhismus, Leben Buddhas Buddha (Sanskrit: der Erwachte, Erleuchtete) wurde wahrscheinlich um
560 vuZ in Kapilavastu im Himalaya (heutiges Nepal) geboren. Buddhistische
Quellen geben zuweilen als Geburtsjahr 632 vuZ und als Sterbejahr 543
vuZ an. Dies wird von den meisten westlichen Historikern bezweifelt. Singhalesische
Texte geben für das "Eingehen ins Nirvana" das Jahr 273
vuZ an, chinesische Quellen und Sanskrit-Überlieferungen nennen als
Todestag "100 Jahre vor König Ashokas Amtsantritt". Gautama Buddha war Sohn des Königs Shuddhodana und seiner Gattin Maya. Sein persönlicher Name lautete Siddharta (der sein Ziel erreicht hat). Zuweilen wird er Shakyamuni (Einsiedler der Shakyas) oder Bhagavat (der Erhabene) genannt. Vor gewonnener Erleuchtung wird er im buddhistischen Schrifttum meist als Bodhisattva (für die Erleuchtung bestimmtes Wesen) bezeichnet. Seine Jugend ist von Legenden umrankt. Seine Mutter soll ihn ohne Zutun des Vaters (ähnlich der christlichen Maria) empfangen haben: Ein weißer Elefant ging in ihren Schoß ein. Bei seiner Geburt soll die Welt von strahlendem Glanz erfüllt gewesen sein. Da seine Mutter kurz nach der Geburt starb, wuchs der Junge unter der Obhut ihrer Schwester auf, wurde in allen ritterlichen Künsten erzogen und heiratete seine Cousine Yashodhara. Seinem Vater war prophezeit worden, daß der Jüngling ein Welterleuchter
würde. Weil er jedoch lieber einen Herrscher und Krieger als einen
Philosophen heranziehen wollte, zog er ihn in seinen Palästen im
Luxus auf und hielt jede Berührung mit dem Leid des Daseins von ihm
fern. Auf vier Fahrten außerhalb des Palastes erschienen dem Bodhisattva
Gottheiten in Gestalt eines Greises, eines Kranken, eines Toten und eines
Asketen. Diese ungewohnten Bilder des Leidens erschütterten den jungen
Mann. Er entschloss sich, heimlich das Schloss zu verlassen, um dem menschlichen
Leiden und seinen Ursachen auf den Grund zu gehen. Sein Auszug erfolgte
an dem Tage, als seine Gattin seinen Sohn Rahula geboren hatte. Mit dieser
Legende soll wohl die Größe des Trennungsschmerzes von der
Heimat gezeigt werden. Übrigens wird die Trennung von den bisherigen
Lebensmittelpunkten im Buddhismus als "Gang in die Heimlosigkeit"
bezeichnet. Der Boddhisattva begann nun mit Nachdruck Versenkungsübungen. Ein
mittlerer Weg zwischen Askese und Versenkung sollte ihn zur Erleuchtung
bringen. Nachdem er den Versuchungen des Dämonen Mara (der Name steht
für Sinnlichkeit) widerstanden hatte, erlangte er mit 35 Jahren in
einer Nacht unter einem Bodhibaum (Feigenbaum) die "Erleuchtung".
So war er sieben Jahre nach dem Verlassen seiner Heimat zum Buddha geworden. Anfänglich schwieg er über seine Einsichten, da er sich bewusst war, dass diese eigentlich nicht übermittelbar sind sondern von jedem Menschen für sich persönlich erworben werden müssen. Er begab sich nun nach Sarnath bei Benares und setzte dort das Rad der Lehre in Bewegung. Er predigte zunächst den fünf Asketen, die ihn verlassen hatten. Sie wurden die ersten Mönche seines Ordens. Die Predigt von Benares enthält die Grundgedanken des Buddhismus und wird oft als "buddhistische Bergpredigt" bezeichnet. Bis zu seinem 80. Lebensjahr (in der Angabe der Lebensdauer stimmen die
Quellen fast alle überein) wanderte er dann lehrend in Nordinidien
herum, vollbrachte viele Wunder und gewann viele Bekenner, Mönche,
Nonnen und Laienanhänger. Er kehrte auch kurz in seine Heimat zurück,
um seine Familie zu bekehren. Ein Gönner finanzierte den Bau des
Klosters Savatthi, das Zentrum seiner Lehrtätigkeit wurde. Buddha starb in Kushinagara an einer Lebensmittelvergiftung und ging damit in das Nirwana ein. Die europäische Forschung datiert dieses Ereignis um das Jahr 480 vuZ. Buddhisten einzelner Länder geben ganz verschiedene Jahreszahlen an (Sri Lanka z.B. das Jahr 543 vuZ). Gautama Buddha wurde eingeäschert und seine Asche in Stupas (Sakralbauwerke) aufbewahrt. Sie gilt als besonders wunderkräftige Reliquie des Buddhismus. Eine Ausnahme macht ein Zahn Buddhas, der nicht verbrannte. Er wird bis heute in Kandy auf Sri Lanka in einem besonderen Heiligtum aufbewahrt. Die meisten buddhistischen Richtungen glauben, Buddhas Leben sei die letzte Inkarnation in einer Reihe verschiedener Existenzen. Die 84.000 Belehrungen Buddhas wurden mündlich tradiert und sind erst von seinen Nachfolgern in einen schriftlichen Kanon gebracht worden. Nochmals ist zu erwähnen, dass die Lehre Buddhas deutlich philosophische Züge trägt. Eine für Europäer verständliche, psychologisch einfühlsame Schilderung des inneren Sinns des Lebens Buddhas ist der Kurzroman "Siddharta" von Hermann Hesse. Der Roman bietet, wenn auch historisch nicht exakt, für westliche Menschen viele gefühlsmässige Zugänge zum Buddhismus. B. erlangte die Weisheit aus eigener Anstrengung durch Nachdenken und Meditation, nicht durch Heilserwerb. Buddha sagte in einem Gespräch: "Ich habe dir den Weg zur Befreiung (ins Nirvana) gezeigt. Wisse, daß die Befreiung jedoch von dir abhängt, von den eigenen Anstrengungen, Ethik zu befolgen und Weisheit zu entwickeln".
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